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    Forschungsstelle Deutscher Orden

    Veröffentlichungen der Forschungsstelle Deutscher Orden

    Auf dieser Seite finden Sie Informationen über Veröffentlichungen der Forschungsstelle Deutscher Orden sowie Veröffentlichungen über die Forschungsstelle selbst, oder über mit ihr verbundene Stellen und Einrichtungen.

    Helmut Flachenecker (Hrsg.): Ritter, Verwalter und Repräsentanten – Priester und Seelsorger: Burgen, Residenzen und Kirchen des Deutschen Ordens. (Veröffentlichungen der Forschungsstelle Deutscher Orden an der Universität Würzburg, Bd. 1; Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens, Bd. 79). 2016.

     

    Salch, Dieter: Die Forschungsstelle des Deutschen Ordens bei der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. (Fachprosaforschung - Grenzüberschreitungen; Band 10; hrsg. Gundolf Keil; Schriftleiter Christoph Weißer) Baden-Baden, 2014. S. 293-298.

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    „Der Mythos des Ordens fasziniert“

    Symposion im Deutschordensmuseum: Historiker präsentieren Forschungsergebnisse über den Deutschen Orden in Franken und Mergentheim

    Markante Kapitel aus der Geschichte des Deutschen Ordens in Franken und Mergentheim standen im Mittelpunkt eines Symposions im Deutschordensmuseum.

    Von Joachim W. Ilg / Bad Mergentheim

    Seit Anfang dieses Jahres, das in Bad Mergentheim im Zeichen der Heimattage steht, begleiten wir in einer Serie Stadtführer zu ihren Lieblingsorten. Dabei ist immer wieder zu erfahren, dass es so gut wie keinen Lieblingsort gibt, der nicht direkt oder indirekt mit dem Deutschen Orden zusammenhängt. Ob das nun das Alte Rathaus, der Wartturm oder gar die Kanalisation ist, der Orden war stadtprägend und ist heute noch im Stadtbild gegenwärtig. Am deutlichsten kommt diese historische Verbundenheit im Deutschordensmuseum zum Ausdruck, das den passenden Rahmen für ein Symposion über den Deutschen Orden bildete.
    Veranstaltet wurde die Tagung von der Forschungsstelle Deutscher Orden an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Dank des Engagements von Prof. Dr. Dieter Salch wurde die Einrichtung, die dem Lehrstuhl für Fränkische Landesgeschichte angegliedert ist, 2014 offiziell eingeweiht. Von Anfang an war vorgesehen, dass die Forschungsstelle und das Deutschordensmuseum miteinander kooperieren, was nun durch das Symposion im Roten Saal eindrucksvoll zum Ausdruck kam. Im Bereich des Roten Saals befanden sich früher die Räume des Ordenskanzlers. Später, im 20. Jahrhundert, hatte dort eine Nähfabrik ihren Betrieb aufgenommen. Allein an diesem kleinen Beispiel lässt sich erahnen, welch wechselvolle Geschichte Orden und Stadt  erlebt haben.
    Der Wissenschaftliche Leiter der für Deutschland zentralen Forschungsstelle, Prof. Dr. Helmut Flachenecker, der zugleich Inhaber des Lehrstuhls für Fränkische Landesgeschichte ist, sah in dem Symposion ein Zeichen für die gute Zusammenarbeit  zwischen Würzburg und Bad Mergentheim.

    Maike Trentin-Meyer, Direktorin des Deutschordensmuseums, betonte, „dass der Mythos des Deutschen Ordens immer noch wirkt und fasziniert.“ Wissenschaftlich aufbereitete Informationen seien aber notwendig, „damit sich die Verherrlichungen des ideologisch verursachten Missbrauchs der Ordensgeschichte seit dem 19. Jahrhundert nicht länger verbreiten können und relativiert werden“.
    Die folgenden drei Vorträge spannten einen weiten Bogen von den Anfängen des Deutschen Ordens bis hinein in seine heutige Gegenwart.
    Über die „Entstehung und Geschichte der Kommenden Würzburg und Mergentheim“ berichtete Prof. Dr. Dieter Salch, gebürtiger Mergentheimer und Mitglied des Museums-Aufsichtsrats. Auch ohne Manuskript breitet er mit einer fast grenzenlos erscheinenden Fülle an Fakten, Daten, Namen und Hintergründen die Geschichte des Ordens aus, der auch in Mergentheim ansässig wurde, als ihm drei Brüder des Hauses Hohenlohe 1219 Burgen und Besitzungen schenkten.
    Ausführlich erläuterte Prof.  Dr. Helmut Flachenecker  „Die Beziehungen zwischen dem Deutschmeistertum und dem fränkischen Landkomturat im Mittlelalter“ und ging dabei auch detailreich auf die Rivalität zwischen den Machtinstanzen Landkomtur, Deutschmeister und Hochmeister ein.

    Ende und Neubeginn
    „Ende und Neubeginn. Der Deutsche Orden in Franken
    vom Ende des 18. Jahrhunderts bis heute“ . So war der Vortrag von Prof. Dr. Udo Arnold überschrieben, der einen Großteil seines langen wissenschaftlichen Lebens in die Erforschung und Dokumentation der Ordensgeschichte gesteckt hat. Wie er ausführte, brachten die Kriege im Zuge der Französischen Revolution den Orden in erhebliche Schwierigkeiten. Letztlich fielen die Ordensbesitzungen den mit Napoleon verbündeten Nachbarn Bayern, Württemberg und Baden zum Opfer, da Napoleon 1809 den Orden für aufgelöst erklärte. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es einen Neuanfang. Aus der Tschechoslowakei vertriebene oder geflüchtete Ordensschwestern siedelten sich in Franken an, mit dem Schwerpunkt in Bad Mergentheim: Im Caritas-Krankenhaus wirkten teilweise über 50 Schwestern. Der allgemeine Nachwuchsmangel verschonte auch die Ordensschwestern nicht, so dass es in Franken heute nur noch wenige gibt. Stattdessen ist nach dem Krieg die Laiengruppe des Ordens, die Familiaren, stark angewachsen. Ihre Komturei Franken hat heute über 50 Mitglieder, berichtete Arnold.
    Als die Forschungsstelle 2014 eröffnet worden war, wurde ein Symposion mit dem etwas umständlich klingenden Titel „Ritter, Verwalter und Repräsentanten – Priester und Seelsorger: Burgen, Residenzen und Kirchen des Deutschen Ordens“ veranstaltet. Die damals gehaltenen Vorträge wurden in einem Buch mit dem gleichnamigen Titel zusammengefasst, das vom Herausgeber Helmut Flachenecker  jetzt vorgestellt wurde. Es ist der erste Band der „Veröffentlichungen der Forschungsstelle Deutscher Orden an der Universität Würzburg“.
    Mit vielen Bildern ausgestattet, zeigt das Buch die Burgen des Ordens im Mittelmeerraum, den Hochmeisterpalast der Marienburg in Preußen und die Burgen in Livland, um sich dann der Ballei Franken und ihren Zentralen Mergentheim und Ellingen zuzuwenden. Über die Baugeschichte der Mergentheimer Residenz berichtet Maike Trentin-Meyer. Abschließend wird die Entstehung der Komturei in Würzburg thematisiert.
    Fazit: Die Fülle an Fakten hat am Freitagnachmittag das Publikum sicherlich „erschlagen“. Wenn die Tagung aber dazu angeregt hat, über die Geschichte des Deutschen Ordens nachzudenken und manches differenzierter zu sehen, dann hat sie das Ziel aus Sicht der Veranstalter sicherlich erreicht.

    Zeitungsartikel zur Veranstaltung

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